Raspberry Pi3 – WLAN ohne grafische Oberfläche

Eine der Neuerungen des Raspberry PI3 ist die WLAN-Schnittstelle, sodass man den Raspberry auch ohne Netzwerkkabel betreiben kann. Wird der Raspberry mit einer grafischen Oberfläche betrieben, dann ist das Aktivieren und Einstellen des WLAN nicht schwierig und in den Menüs zu finden.

Was aber, wenn der Raspberry ausschließlich mit der Shell betrieben wird? Zu meinem Erstaunen zeigt raspi-config auch im “Advanced Options” Menüpunkt keine Option für das WLAN. Allein in “Internationalisation Options” findet sich ein Menüpunkt zur Auswahl des “Wi-fi Country”. Durch die Auswahl eines Landes in diesem Menü werden die für das jeweilige Land erlaubten Frequenzen ausgewählt. Eine Möglichkeit eine SSID auszuwählen oder ein Netzwerkkennwort einzugeben findet sich hier nicht.

Einige Recherchen später ergibt sich das folgende Vorgehen:

  • Scan nach verfügbaren Netzen mit sudo iwlist wlan0 scan
  • Anpassen der Datei /etc/wpa-supplicant/wpa-supplicant.conf

Diese Datei muss um die Information der gewünschten SSID und des dazu gehörenden Passwortes ergänzt werden. Hierzu hängt man am Ende der Datei folgendes an:

network={
    ssid="die SSID"
    psk="das Passwort für obige SSID"
}

ACHTUNG: Links und rechts von = dürfen keine Leerzeichen sein!

Beachtet man das nicht führt das zu einer nicht wirklich erklärenden Fehlermeldung:

wpa_supplicant: /sbin/wpa_supplicant daemon failed to start
run-parts: /etc/network/if-pre-up.d/wpasupplicant exited with return code 1
Failed to bring up wlan0.

Die gemachten Änderungen sollten nun dazu führen, dass das WLAN automatisch aktiviert wird. Dies kann mit

ifconfig wlan0

kontrolliert werden. Wird hier ein Wert bei inet addr angezeigt ist alles bestens. Falls nicht, dann hilft es, das WLAN Interface einmal zu stoppen und neu zustarten.

sudo ifdown wlan0
sudo ifup wlan0

Spätestens nun hat das WLAN Interface eine IP bezogen und kann genutzt werden, falls nicht ist sehr wahrscheinlich bei der Eingabe von SSID oder dem Passwort ein Fehler unterlaufen.

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